Arm ist nicht nur, wer keine Wohnung und keinen Job hat, sondern arm ist, wer
am gesellschaftlichen, sozialen und politischen Leben nicht teilnehmen kann.

Natürlich will der Verein SOCIUS wissen, warum das AMS ein erfolgreiches Beschäftigungsprojekt, dass dem Steuerzahler nichts kostet, sondern behilflich ist, die Staatskasse zu entlasten, boykottiert. Auch ist für SOCIUS besonders wichtig zu wissen, warum das AMS Wien kein Interesse an der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen hat und an einer erfolgreichen Vermittlung von besonders schwierigen (Sozialhilfebezieher bzw Bezieher der Mindestsicherung) und behinderten Menschen interessiert ist.

Da SOCIUS die tatsächlich Hintergründe, die zu dieser ablehnenden Entscheidung durch das AMS Wien geführt haben nicht genannt worden sind und auch das Projekt und dessen Erfolge gar nicht geprüft wurden, können wir nur Vermutungen anstellen.

Wir vermuten, dass letztendlich hinter dieser Entscheidung keine rechtlichen, sondern finanzielle Interessen liegen, die es zu verteidigen gilt.

Bei unseren angestellten Recherchen und erhaltenen Informationen sind wir auf sehr viele aufklärungsbedürftige Vorgänge beim AMS Wien bei der Einführung der Bedarfsorientierten Mindestsicherung gestoßen.

Anhand der AMS Unterlagen Interessentensuche MBBE (Beratungs- und Betreuungseinrichtung mit lösungsfokussiertem Ansatz für BezieherInnen der bedarfsorientierten Mindestsicherung und Langzeitbeschäftigungslose mit besonderen Problemlagen) geht es dabei um die Vergabe von 12 Millionen EURO (nur für Wien) an öffentlichen Fördermittel und dessen Verwendung.

Das große Geschäft mit der Armut Bereits im Vorfeld - im Frühjahr 2010 - zur Einführung der Bedarfsorientierten Mindestsicherung gab es bei den etablierten AMS nahen Beratungsfirmen einen regelrechten "RUN" auf die angekündigten "Step2Job Einrichtungen". Einrichtungen die Bezieher der Mindestsicherung mit dem Ziel betreuen und beraten sollen, wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden.

Das AMS Wien hat darauf hin den Förderkuchen in Wien durch eine "Interessentensuche" aufgeteilt. Dabei liegt aus den AMS Unterlagen der Schuss nahe, dass die ausgeschriebene Interessentensuche auf einzelne AMS-Partner abgestimmt und zugeschnitten war. Auch wenn andere Organisationen Interesse an einer Teilnahme gehabt hätten, wären sie bei der Vergabe gar nicht berücksichtigt worden.

Mehr als 12 Millionen EUR, die an insgesamt 9 AMS-Partner fließen, galt es dabei vom AMS Wien zu verteilen. Ein lukratives Budget für Step2Job in Wien für rd. 7250 Mindestsicherungsbezieher. Laufzeit: 28 Monate (1.9.2010 bis 31.12.2012). Pro Kopf entspricht das rund 1700 EUR. Jährlich sind es 5 Millionen EUR Steuergelder, die sich in Wien als Kosten zu Buche schlagen.

Die Art und Weise der Verteilung dieser Steuermittel, die den Begünstigten einen regelrechten Geldsegen beschweren und die Verwendung der Steuermittel lassen erkennen, dass man an der Armut anderer sehr viel verdienen kann.


Unterlagen der AMS Interessentensuche: Förderbare Kosten für Beratungs- und Betreuungseinrichtungen (BBE) - PDF-Dokument
MBBE Projekt 1 - PDF-Dokument
MBBE Projekt 2 - PDF-Dokument
MBBE Projekt 3 - PDF-Dokument
MBBE Projekt 4 - PDF-Dokument
MBBE Projekt 5 - PDF-Dokument
MBBE Projekt 6 - PDF-Dokument
MBBE Projekt 7 - PDF-Dokument
MBBE Projekt 8 - PDF-Dokument
MBBE Projekt 9 - PDF-Dokument



Weitere Informationen: Ein Geldsegen für Beratungseinrichtungen
Die Tätigkeit der Beratungseinrichtungen im Detail

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